Warum sollte der Mensch in einer einzigen Welt verweilen, wenn er fähig ist hunderte zu bereisen.

Julia Storm

Aktuelles

Die Fantasy Basel wurde nun leider definitiv abgesagt, da die Durchführung wegen COVID 19 in der gewohnten Form nicht realisierbar gewesen wäre. Aber wir sehen uns hoffentlich im neuen Jahr im Mai wieder an der Fantasy Basel, wenn die Wellen sich hoffentlich endlich geglättet haben.

Bis dahin, bleibt gesund,

Eure Julia

Du wirst nur überleben, wenn du die Bestie in dir zähmen kannst…

Drei Schicksale ein Weg…
Tami ist die geborene Rebellin,
Loran wird vom Leben zum Rebellen geformt
und Oraion ist die Rebellion selbst.

Der Kontinent Shriivan ist ein trostloser Ort für die drei jungen Seelenträger. Ihresgleichen wird gejagt und versklavt, gefoltert oder hingerichtet. Und dies nur, weil sie in den Augen der Menschen eine Bedrohung darstellen.
Über hunderte Arken erduldete das Volk der Seelenträger nun diese Schmach, doch als unter ihnen die mächtigen Sieben wiedergeboren werden, beginnt die Hoffnung auf ein freies unabhängiges Leben in ihren Herzen zu keimen.

Leseprobe aus Shriivan – Herrscher der Wüste

»Wieso spionierst du mir nach?«, blaffte ihn das kleine Mädchen an. Ihr schwarzes Haar umspielte ihr Gesicht, das einen wütenden Ausdruck zeigte. Die kleinen Fäuste hatte sie wie eine Erwachsene in die Seiten gestemmt und sah so auf ihn herunter. Schnell verzog sich der erste Schreck und Oraion richtete sich auf.
»Ich spioniere nicht. Ich wollte nur sicher gehen, dass dir nichts passiert, kleines Mädchen.« Bei den letzten Worten zogen sich die Augenbrauen von Tami zusammen und sie blitzte ihn wütend an.
»Ich bin kein kleines Mädchen«, protestierte sie und drehte sich dann ab. Flink kletterte sie hinunter an den Fluss und hockte sich nahe am Wasser in den Sand. Unsicher blieb Oraion einen Moment zurück, doch dann folgte er ihr und setzte sich neben sie.
»Du solltest nicht hier draußen sein«, stellte er nach einem langen stillen Moment fest. Tami hob den Blick vom Wasser und sah ihm direkt in die Augen.
»Du aber auch nicht«, stellte sie mit nüchterner Stimme fest und drehte sich wieder dem Wasser zu. Oraion verzog den Mund und studierte sie einen Augenblick. Sie wirkte fein und zerbrechlich. Aber ihr Kopf war stur und in ihren Augen blitzte eine Kraft, die Oraion lächeln ließ.
»Ich komm hierher und bete zu den Göttern. Sie sollen mich zu einem Anurj machen. Ich will jagen gehen. Frei sein. So wie die Krieger«, durchbrach sie die Stille und klärte ihn auf. Überrascht sah er sie von der Seite her an. Sie war noch so klein und doch machte sie sich bereits solche Gedanken. Andere in ihrem Alter spielten und tobten. Lachten und freuten sich darüber, keine Verpflichtungen zu haben.
»Du könntest auch in den Höhlen beten«, gab Oraion schließlich zur Antwort. »Es wäre sicherer.« Und wie als Zeichen für seine Worte, tauchte etwas entfernt aus dem Sand ein kaum erkennbarer Schatten auf. Sechs geschäftige Beine, zwei scharfe Zangen und ein giftiger Stachel am Ende seines Schwanzes machten den Skorpion gruseliger, als er es war. Das Gift konnte tödlich sein. Aber wenn man sie nicht reizte, griffen sie nicht an. Der Skorpion wanderte nahe an ihnen vorbei, hielt kurz inne, als er wohl ihre Nähe spürte, eilte dann aber weiter. Als er aus dem Sichtfeld verschwand, sah Tami zu Oraion und durchbohrte ihn mit diesem dunklen klaren Blick, als gäbe es nichts, dass diesen aufhalten konnte.
»Rari hat einmal am Feuer erzählt, dass die Götter unsere Gebete besser unter dem freien Himmel hören«, konterte sie. Oraion hob daraufhin seinen Blick und suchte die Sterne ab. Einige kannte er. Es gab andere in ihrem Clan, die weit mehr der Sterne kannten und deuten konnten. Doch diese Begabung hatte ihn nie interessiert. Für ihn besaß die Geschichte seiner Maa den viel größeren Reiz. Herzen von Helden. Sie brauchten keine Namen. Nicht für ihn.
»Warum willst du unbedingt zu den Jägern? Du hast einen hohen Status in unserem Stamm. Du wirst irgendwann sicher einen starken Krieger als Mann bekommen und Kinder großziehen können. Ist es nicht das, was Frauen wollen?« Forschend studierte er das Kind neben sich. Stur schüttelte dieses den Kopf.
»Ich höre meine Maa oft weinen. Und ich beobachte, wie Alba sie manchmal grob behandelt. Ich will nicht so leben. Ich will lachen und Geschichten erzählen – am Abend – an den Feuern, so wie es die Jäger tun.« Oraion spürte, wie sich etwas über Tami legte. Ein trauriger Blick verriet ihm, wie sehr sie mit ihrer Maa litt. Er hätte nicht gedacht, dass diese geachtete Familie in ihren privaten Bereichen weit weniger glänzend war, als er es sich vorstellte.
»Das Geschichten erzählen ist aber nur ein kleiner Teil. Du kennst doch meinen Alba. So wie ihm könnte es dir auf der Jagd auch ergehen«, flüsterte Oraion leise. Tami verzog kurz den Mund und seufzte gedämpft.
»Dann muss ich besser werden, als es dein Alba war.« In ihrer Stimme klang kein Hohn, kein Hochmut. Sie meinte es als Feststellung, weiter nichts. Überrascht sah Oraion sie an. Und schließlich musste er lächeln.
»Wenn dies dein Wunsch ist, kleines Mädchen, dann hoffe ich, dass er für dich in Erfüllung gehen wird.« Erstaunt musterte sie ihn, ehe sie ihm ein scheues Lächeln schenkte und dann nickte.
»Du wirst sehen. In einigen Arken gehen wir zusammen auf die Jagd.«